Triggerung

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Triggerung

Bei der Steuerung einer interaktiven Anwendung ist häufig eine Triggerung des Systems notwendig. Damit ist gemeint, dass z.B. erst nach dem Eintreten eines stabilen Eingangszustandes die Steuerungsdaten an die Anwendung übergeben werden.

Dies wird zunächst am Beispiel der Steuerung eines Audio-Systems durch Handgesten erläutert. So soll der nach oben zeigende Daumen die Lautstärke erhöhen, ein nach unten zeigender Daumen, die Lautstärke verringen. Der nach links oder rechts zeigende Daumen soll den Sprung zum nächsten oder vorhergehenden Musikstück auslösen. Würden hier die Steuerungsdaten kontinuierlich an das System übermittelt, so würde beim Drehen der Hand von "Daumen oben" nach "Daumen unten" vermutlich auch der Zustand "Daumen rechts" oder "Daumen links" kurzzeitig auftreten, was aber nicht erwünscht ist. Eine Lösung für diese Problematik wäre es, erst dann den Zustand an das Ausgabesystem weiter zu leiten, wenn dieser stabil ist, also die Hand zur Ruhe gekommen ist.

Ein weiteres Beispiel ist eine durch einen Beamer projizierte Bedienoberfläche, auf der sich Tasten befinden, die durch die virtuelle Berührung mit der Hand aktiviert werden sollen. Auch hier darf die Taste erst dann ausgelöst werden, wenn die Hand für eine gewisse Zeit über der Taste zur Ruhe gekommen ist. Ansonsten würden bei der Bewegung der Hand über die Oberfläche vermutlich mehrere Tasten ausgelöst werden.

Diese beiden Beispiele sollen nur die Notwendigkeit aufzeigen, Aspekte der „Triggerung“ bei der Konzeption eines interaktiven Systems zu berücksichtigen. Für jede Anwendung muss ein geeignetes Bedienkonzept entwickelt werden, welches die Ergonomie berücksichtigt und eine korrekte Bedienbarkeit des Systems sicherstellt.

Nachfolgend sollen einige Möglichkeiten der Triggerung exemplarisch aufgezeigt werden:

  • Zeit / Bewegung
  • Ort / Position
  • Muster / Gestalt


Zeit / Bewegung

Um Bewegung bzw. Ruhe erkennen zu können, muss ein Maß für die Veränderung im Bild bestimmt werden. Eine Möglichkeit hierfür ist es, die Differenz zwischen aufeinander folgenden Bildern zu berechnen. Diese Thematik ist genauer im Artikel Bewegungsdetektion erläutert.


Ort / Position

Die Anwesenheit eines Objekts an einer bestimmten Position im Bild kann ebenso zur Triggerung verwendet werden.

Ist das Objekt gut segmentierbar (siehe Artikel Segmentierung) so kann z.B. festgestellt werden, ob sich sein Schwerpunkt in einem bestimmten Bereich befindet.

Ein weitere Möglichkeit besteht darin, den interessierenden Bildbereich z.B. mittels des EyesWeb-Blocks "SetROI" (Region of Interest) zu extrahieren und zu untersuchen, ob dort eine Bewegung (siehe Artikel Bewegungsdetektion) oder eine Grauwertänderung etc. auftritt.

Grundsätzlich sind die hier einzusetzenden Verfahren sind sehr von der konkreten Anwendung abhängig.


Muster / Gestalt

Die Triggerung durch ein bestimmtes Muster bzw. eine bestimmte Gestalt erfordert meist eine komplexere Verarbeitung. Typisch wäre hier die Erkennung einer Handgeste, wie "Daumen nach oben". Dies Art der Triggerung wurde mehrfach in Projekten zur Gestenerkennung basierend auf HU-Momenten realisiert. Hierzu sei z.B. auf den Artikel Gestenerkennung (2004) verwiesen.